Zum 32. Male fand der Tiberias Marathon in Israel statt. Der Kenianer Jackson Kipkoech erzielte mit 2:08:07 Stunden einen neuen Streckenrekord beim Marathon um den See Genezareth. Der Vorjahresdritte lief damit auch die schnellste Zeit, die jemals in Israel über die Streckenlänge gelaufen wurde und erhielt 50000 Dollar dafür. Der letztjährige Gewinner Leonard Mucheru wurde mit 2:09:37 Stunden zweiter. Der dritter Kenianer auf dem Podest, Philemon Boit benötigte 2:10:55 Stunden. Bei den Damen gab es ebenfalls einen Keniaischen Sieg, Irene Kosgei siegte in 2:39:07 Stunden vor den Äthiopierin Asrat Addis, die drei Minuten später ins Ziel mit 2:42:23 Stunden eintraf. Dritte wurde die Äthiopierin Meseret Gemeda in 2:47:05 Stunden.
Die Witterungsbedingungen waren allerdings auch ideal: Temperaturen um 16 bis 20 Grad, kein Niederschlag. Die Kenianischen Läufer dominierten das Rennen. Bei Kilometer 27 gab es eine Schrecksekunde für die Topläufer, da diese auf der Wendepunktstrecke an einer Wasserstelle fast mit einer Gruppe entgekommender Läufer zusammenstießen. Doch davon ließen sich die Läufer nicht aus dem Rhythmus bringen. Bereits hier hatten sich Jackson Kipkoech und Leonard Mucheru von dem übrigen Läuferfeld absetzen können, bevor Jackson Kipkoech sich nach und nach einen Vorsprung vor seinem Landsmann herauslief und mit über 1:30 Minuten das Rennen gewann. Bei den Damen waren die drei führenden Läuferinnen bis Kilometer 26 noch in der Gruppe zusammen, bevor Irene Kosgei davonzog und das Rennen für sich entscheiden konnte.
Insgesamt waren rund 1700 Teilnehmer aus 22 Nationen am Start. Neben der klassischen Marathonstrecke, wurde noch ein 10 Kilometerlauf angeboten. Start- und Zielpunkt war der Archäologische Park in Tiberias. Tiberias ist das unbestrittene Ferienzentrum am See Genezareth, aber jetzt im Januar sind nur wenige Touristen vor Ort. Die Stadt ist eine der vier heiligen Städte der Juden und hat einige historische und religionsgeschichtliche interessante Plätze und Sehenswürdigkeiten. Nach dem Start am Archäologischen Park führte die Strecke an der Uferpromenade entlang in südlicher Richtung, vorbei am Tiberias-Hammat mit seinen heißen, schwefelhaltigen Quellen. Zur linken Seite bietet sich dem Läufer der Blick auf den See Genezareth, der 210 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und damit der tiefst gelegene Süßwassersee weltweit ist. Er ist eingebettet zwischen den Golanhöhen im Osten und dem galiläischen Bergland im Westen, welcher der Läufer zu seiner rechten Seite sieht. Bei Kilometer 10, passieren die Läufer Deganya, wo seit 1909 der älteste Kibbuz des Landes ist und noch ein ausgebrannter Panzer am Haupteingang steht.
Die Strecke führt die Läufer über den Fluss Jordan weiter durch den Jordangraben am Seeufer in Richtung Wendepunkt, vorbei an Dattelpalmen und Bananenplantagen. Zur rechten Seite erstrecken sich die Golanhöhen und bei der Halbmarathonmarke ist das Kibbuz En Gev erreicht. Nach dem Wendepunkt führt die Streckenführung die Läufer über die gleiche Route wieder zurück nach Tiberias. Zuschauer gibt es nur selten an der Strecke, aber an den Kibbuzim feuern Schulkinder die Läufer an. Im Zielbereich werden dann die Läufer vom Streckensprecher empfangen und erhalten ihre Finisher Medaille.
Von Kriegsstimmung war bei diesem Event nichts zu spüren und auch in der Umgebung deutete nichts darauf hin. Es war ein besonderer Lauf mit herrlicher Landschaft und freundlichen Menschen. Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen, um die Heiligtümer dreier großer Weltregionen und Naturschönheiten des Landes kennen zu lernen.
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