Anfangs hatte ich obig erwähnte Internetplattform intensiv genutzt. Immer brav die Daten eingegeben, im Austausch dafür Kochrezepte, Einkaufsplan und Fitnessplan erhalten. Das war eine zeitlang auch richtig gut. Es war spannend, einmal ganz anders einzukaufen - völlig durchgeplant. Und es war toll, sich an einen Trainings- und Bewegungsplan zu halten. Eine Fieberkurve verspach mir, dass ich schon in wenigen Monaten mein Traumgewicht erreichen würde.
Nun, daran glaubte ich natürlich nicht. Mit 40 Jahren ist der Glaube an Wunder nur noch beschränkt möglich. Sie fest einzuplanen, ist sowieso Quatsch. Aber ich blieb erst einmal weiter dran. Hinzu kam, dass mich bei AIQUM nette Menschen anschrieben, motivierten, witzige und anregende Dialoge entstanden.
Das Hauptproblem sehe ich im nachhinein darin, dass der Schwenk zu extrem war. Viele wesentliche Lebensgewohnheiten wollten zu sehr umgestellt werden. Es fand kein wirkliches Anknüpfen bei dem statt, wie ich aktuell lebte, dachte und handelte. Insgesamt bin ich schon ein ziemliches Gewohnheitstier. Für derart idealistische und positivistische Konzepte bin ich wohl nicht gemacht. Es ging nach hinten los: Erst nahm ich vier Kilo ab, dann zehn zu. Und das alles innerhalb kurzer Zeit. Das deprimierte mich natürlich sehr. Auch deshalb, weil ich wirklich keine großen Sünden begangen hatte. Ich verstand es nicht.
Dementsprechend ist mein aktueller Ansatz ein anderer. Natürlich versuche ich weiterhin bewusst zu leben und mich auch mehr zu bewegen, als berufliche Anforderungen verlangen. Nur will ich den Lustfaktor stärker betonen, und auch die Neugierde. Wie fühlt es sich an, sich einen tag lang nur von einem Säckchen Reis zu ernähren? Wie ist es, aml wieder eine Radtour zu unternehmen?
Und dann ist da noch die Suche nach den Ursachen. Auf die mache ich mich aktuell ebenfalls bzw. stricke an einem Plan. Das macht die Sache etwas längerfristiger und zäher. Aber es ist sicher auch nachhaltiger.